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Das, was tief verborgen bleibt July 27, 2007

Posted by The Truth in Im Allgemeinen.
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GJ ist ein Persona, das ich geschaffen habe, damit ich mit der Welt umgehen kann. Er ist jemand, der einem Teil von mir entspricht – ein Steh-Auf-Mann, selbstbewusst, optimistisch, lustig, spontan – all dies würde man auch gewissermaßen erkennen, wenn man mich (auch wenn er weg ist) betrachtet.

Heute, jetzt sogar, schreibe ich als guojun – ich schreibe als ich selbst, weder aus der Sicht von jemandem, der sich an die Politik zu Hause verzweifelt fühlt, noch hinter der Maske, die ich oft an der Universität trage. Und weil ich auch weiß, dass die überwiegende Mehrheit von euch das gar nicht verstehen würden, und von daher auch wissen, dass es euch nichts angehen soll.

Wie fühlt es sich an, durchschaut zu sein? Es ist einerseits unangenehm, andererseits aber auch beruhigend – unangenehm weil ich weiß, dass ich diesem Menschen wenig vorenthalten kann, wenn sie mich ja ohne Weiteres durchschauen kann, aber auch beruhigend, denn ich weiß, wem ich mein Herzen offenbaren kann. Ich lag gestern Abend schlaflos im Bett, darüber nachdenkend, was mir erzählt wurde, was du von mir eigentlich hältst, und wie du alles so präzise gesagt hast, ohne es irgendwie zu beschönigen. Und als ich heute aufgestanden bin, erkannte ich ja, dass ich immer noch am Nachdenken war. Wie ich jetzt auch bin.

Warum also schreibe ich denn das alles nieder? Weil das Schreiben für mich eine gewisse Möglichkeit ist, meine Gedanken zu verlangsamen und zu verarbeiten – Warum malst du? Vielleicht malst du aus denselben Gründen.

Du hast Recht – es ist eigentlich nur diejenigen, die uns eigentlich wichtig sind, die uns manchmal so anstrengen. Vielleicht fand ich ja die vergangenen Woche genau deswegen so anstrengend – es ist anstrengend, auf jemanden böse zu sein, jemandem gegenüber Abneigung zu zeigen, der eigentlich dir viel bedeutet – aber was könnten wir als Mensch dafür? Gefühle sind ja schließlich das, was uns zum Menschen macht – total anstrengend war das deswegen, weil du mir auch viel bedeutest. Als du mir erzählt hast, was du von mir eigentlich hältst, was du toll an mir findest, und auch die Dinge, die du keinem anderen erzählen würdest, bedeutest du mir umso mehr.

Ob ich denn an Schicksal glaube? Jep, ich glaube an Schicksal. Woher könntest du denn das Gefühl haben, dass du mich irgendwo kennst, wenn wir uns noch nie so richtig angesprochen hatten? Vielleicht ist das Schicksal. Wenn da jemand zu einem Zeitpunkt deines Lebens in dein Leben auftritt, der dir durch die schönste/schwierigste/schlimmste/usw. Zeit des Lebens begleitet, der vielleicht noch später irgendwann wieder verschwindet, oder den du vielleicht schon gekannt, und immer noch kennen wirst, egal, was passiert. Dies können wir ja nicht in den Griff bekommen, es sei denn, das Schicksal hat uns das verschenkt – nun kommt es darauf an, was man daraus macht bzw. was man daraus nicht macht.

Empfindsam bin ich, obwohl ich das fast keinem zeige. Ich interpretiere viel in die Dinge hinein, und vielleicht kann ich deshalb verstehen, was die anderen nicht zum Ausdruck bringen. Umgekehrt ist es aber nicht der Fall – nur wenige können mich verstehen. Sogar meine Eltern verstehen mich nicht – meine Erziehung hat mich so geschaffen, dass ich vor ihnen selten die echte Wahrheit (d.h., ohne Anasthesia) sage, weil sie einfach nicht daran gewöhnt sind, das mal zu hören bzw. zu akzeptieren. Zu Hause ist ja Streitvermeidung mein einziges Ziel.

Genau deswegen bin ich leicht zu verletzen. Die richtigen Wörter, die richtige Haltung, die eine Handlung kann mich tief treffen, auch wenn ich darüber hinwegzusehen scheine. Ich weiß, dass ich irgendwann wieder aufstehen werde – die Frage ist nun wann…ich versuche immer zu vergeben, aber vergessen tue ich nur schwer. Forgiven, but not forgotten – es heißt natürlich nicht, dass ich das irgendwann gegen dich oder gegen jemanden verwenden werde (wie z.B. im Falle von Erpressung) – ich will nur, dass ich das hinter mir lassen kann. Manchmal tue ich mit Gewissheit davon, was früher geschah, noch dasselbe (ist ja schon vorgekommen!) – ich weiß, so blöd darf man nicht sein – aber könnte denn jemand die Zukunft vorhersagen? Immer ist alles anders…

Du hast mir schon viel erzählt, und du schätzt es, dass ich immer das, was ich davon halte, dir mitteile. Bis zum gestern Abend hatte ich das aber nicht getan. Aber vielleicht ist da tatsächlich jemand, dem ich vieles anvertrauen kann. Du wirst mich im Laufe der Zeit noch näher kennen lernen. Das verspreche ich dir. There’s no taking without giving, und umgekehrt.

(Nein, schizophren bin ich nicht!)

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